Essstörungen (de)

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Jedes Lebewesen braucht zur Sicherung des eigenen Überlebens eine regelmäßige und ausgewogene Ernährung. Bei uns Menschen fallen dem Essen jedoch noch weitere Bedeutungen hinzu. Essstörungen sind dann zu diagnostizieren, wenn die Formen einer natürlichen, auf Sicherung des Überlebens ausgerichteten Ernährung bedeutend aus dem Gleichgewicht geraten.

Contents

Allgemein

Eine Essstörung liegt dann vor, wenn ein Mensch isst, oder sich weigert zu essen, um ein psychisches Bedürfnis und nicht etwa körperliche Bedürfnisse wie Hunger zu befriedigen. Die Personen achten also nicht mehr auf die physikalischen Signale wie Hunger oder Sättigung oder können sie vielleicht sogar nicht mehr entsprechend wahrnehmen.

Definition

"Als Essstörungen bezeichnet man bestimmte, psychisch bedingte und gesundheitlich belastende Störungen bezüglich der Art und Menge der Nahrungsaufnahme (Ernährungspsychologie). Dazu gehören u.a. die mengenmäßig übertriebene, zur übermäßigen Bildung von Fettgewebe führende Ernährung (Adipositas), die Bevorzugung einer gesundheitsschädlichen Ernährung (Alkohol; fettreiche, vitaminarme Ernährung), die mengenmäßige Unterernährung (Anorexie) sowie das anfallsweise Auftreten von gierigem, übermäßigen Essen bis zum Erbrechen (Bulimie)". [1]

"Eßstörungen, nach DSM-IV gekennzeichnet durch schwere Störungen des Eßverhaltens. Er wird hauptsächlich zwischen Anorexia Nervosa und Bulimia Nervosa unterschieden. Einfache Adiopositas (Fettleibigkeit vgl. auch Übergewicht) ist in der ICD-10 als med. Krankheitsfaktor aufgeführt, erscheint aber nicht im DSM IV, da bisher kein Nachweis vorliegt, daß sie mit einem ps. o. Verhaltenssyndrom einhergeht". [2]

Arten von Essstörungen

Die Zahl der Essstörungen hat sich in den letzten Jahren erhöht. Betroffen sind häufig junge Frauen, aber auch immer mehr Männer leiden an einer Störung des Essverhaltens. Es werden verschiedene Arten und Formen von Essstörungen unterschieden:[3]

Essbrechsucht
Die Bulimia nervosa ist eine durch regelmäßige Essattacken gekennzeichnete Essstörung. Während eines Essanfalls werden große Mengen an Nahrungsmitteln verzehrt. Die Betroffenen erleben dabei das Gefühl des Kontrollverlusts (das Gefühl, nicht mehr mit dem Essen aufhören zu können oder nicht im Griff zu haben, welche Mengen verspeist werden). Wegen der hohen Energiezufuhr während eines Essanfalls werden Gegenmaßnahmen eingesetzt, um einer Gewichtszunahme zuvorzukommen. Dies können sein: selbsthergeführtes Erbrechen, Missbrauch von Abführ- und/oder Entwässerungsmedikamenten, Fasten oder übermässige körperliche Aktivität. Die Bulimie kommt im Vergleich zur Anorexie deutlich häufiger vor, typischerweise bei 15- bis 30-jährigen Frauen.

Magersucht
Die Anorexia nervosa kommt im Vergleich zur Bulimia nervosa weniger häufig vor. Etwa ein Prozent der 15- bis 30-jährigen Frauen leidet unter einer Anorexie. Frauen sind generell stärker betroffen, der Anteil anorektischer Männer liegt unter zehn Prozent. Eine anorektische (oder bulimische) Erkrankung wird begünstigt durch gruppeninterne Regeln, Traditionen oder Anforderungen, die den ohnehin bestehenden Druck nach einer schlanken Figur noch verstärken. Als typische weibliche Risikogruppen gelten daher Ballettänzerinnen und Models. Gewisse Sportarten, in welchen ein niedriges Höchstgewicht gefordert wird, bergen eine erhöhte Gefahr zur Erkrankung an einer Essstörung. Bei den Männern ist dies beispielsweise bei Jockeys, Skispringern oder Ringern der Fall.

Orthorexie
Es geht ihnen nicht um das "Wieviel" ihrer Nahrung, wie den Magersüchtigen, sondern um die richtige Qualität. Und damit diese stimmt, können schon mal Stunden des Tages mit Nachgrübeln über den Gehalt der aufgenommenen Nahrungsmittel verbracht werden. Was von manchen Ärzten eher als Marotte gesehen wird, wird von anderen als Vorstufe einer Magersucht oder als Zwangserkrankung ausgemacht; manche sehen sie sogar als eigenständiges Krankheitsbild.

Übergewicht und Adipositas
Normal- und Idealgewicht basieren auf dem Broca-Index (BI), benannt nach dem französischen Arzt P. Brocca. Er ist einfach zu berechnen. Sie ziehen von ihrer Körpergröße in cm die Zahl 100 ab und erhalten Ihr Normalgewicht in kg. Das Brocca-Normalgewicht abzüglich 10 Prozent ergibt das so genannte Idealgewicht. Speziell große oder kleine Menschen können mit diesem Index nicht zutreffend beurteilt werden. Deshalb wird häufig vom Wohlfühlgewicht gesprochen. Das ist ein individueller Gewichtsbereich von ± 10 Prozent um das Brocca-Normalgewicht, ein Bereich, in dem man sich noch wohlfühlen und fit sein kann.

Siehe auch

Diät
gesunde Küche
Übergewicht

Literatur

Déborah Rosenkranz: So schwer, sich leicht zu fühlen: Wie ich von meinen Ess-Störungen frei wurde. Verlag: adeo Verlag. 2011. ISBN 3-942-20830-X

Weblinks

Essstörungen sind behandelbar
Ernährungstipps
Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung

Quellen

  1. Dietrich, R./Rietz, I.: Psychologisches Grundwissen für Schule und Beruf. Ein Wörterbuch. S. 126. Donauwörth: Auer Verlag GmbH
  2. Häcker & Stampf 1998, S. 347
  3. http://www.gesundheit.de/ernaehrung/essstoerungen/erscheinungsformen
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